März 2026
Social Media und Regulierung
Spätestens seit Australien ein Social Media Verbot für Unter-Sechzehnjährige eingeführt hat, ist die Debatte um ähnliche Verbote in der EU auf der Tagesordnung. Unbestritten ist, dass soziale Medien negative Auswirkungen auf das eigene Körperempfinden haben und die übermäßige Nutzung Erschöpfungserscheinungen verursacht. Ein Verbot erscheint hier eine einfache Lösung zu sein, das zudem von den Anbietern umgesetzt werden müsste und somit die Staatskasse nicht belastet.
Dabei wird aber nicht berücksichtigt, dass es in erster Linie um Symptombehandlung geht. Der Aufbau von Medienkompetenz spielt in der politischen Debatte kaum eine Rolle. Denn das wäre sehr schwierig umzusetzen, es müsste entsprechende Weiterbildungen für Pädagogen geben, beziehungsweise müsste diese Kompetenz Teil des Studiums werden. Das erfordert sehr viel mehr Planung und wird Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sich eine Wirkung entfaltet.
Genau deswegen sollte damit aber eher früher als später begonnen werden.
Historisches Glasfaserkabel wird geborgen
TAT-8 war 1988 das erste interkontinentale Untersee-Glasfaserkabel der Welt. Seine Geschwindigkeit von knapp 300 MBit/s erlaubte 4.000 gleichzeitige Telefonate, eine Verzehnfachung gegenüber dem auf Koaxialkabel basierendem Vorgänger TAT-7. Schätzungen gingen davon aus, dass dies den Bedarf bis in das Jahr 2000 decken würde. Tatsächlich lief das Kabel bereits nach zwei Jahren an seiner Kapazitätsgrenze.
Die fehlende Erfahrung mit der neuen Technik verursachte Probleme. TAT-8 war störanfällig und wurde deshalb 2002 außer Dienst gestellt. Für Seekabel ist das eine eher kurze Betriebsdauer.
Derzeit wird das Kabel von einem Spezialschiff vom Meeresgrund heraufgeholt. Auch wenn der Kern des Kabels Glasfasern enthält, befindet sich eine Menge Kupfer in den Abschirmungen. Bei einem Recyclingpreis von 1€/kg und mehreren Tausend Tonnen Gewicht kommen hier einige Millionen zusammen. Bis 2030 soll die Bergung abgeschlossen sein. Die Glasfasern im Inneren haben keinen wirtschaftlichen Wert mehr.
Neues von den Domains
.ai
Anfang 2026 teilte die Regierung von Anguilla mit, dass die registrierten .ai-Domains erstmals die Millionengrenze überschritten haben. Die Registry nutzt diese Marktposition für eine deutliche Preiserhöhung. Mit Wirkung ab dem 05.03.26 erhöht sich der Preis von .ai im zweistelligen Prozentbereich.
Zur Begründung gab Anguilla an, dass die Domain-Endung mittlerweile eine der Haupteinnahmequellen sei und dass das Geld in lokale Infrastrukturprojekte fließe. Laut Anguilla Focus hat das Land bis November 2025 etwa 70 Millionen USD mit .ai-Domains eingenommen - bei einem Bruttoinlandsprodukt von 307 Millionen USD.
.de
Die NIS2 Sicherheitsrichtlinie der EU wird von der Denic rigide umgesetzt. Ab dem 01.04. werden bei .de Kontakten die Adressdaten überprüft. Bei unklaren oder falschen Daten werden Domains, die mit diesen Kontakten neu angelegt werden, zwar reserviert, aber nicht konnektiert, können also nicht genutzt werden. Der Antragsteller erhält die Gelegenheit, die Richtigkeit seiner Daten zu belegen. Sollte dies nicht gelingen, wird die Domain wieder gelöscht.
Während die Adressprüfung im Idealfall automatisch durchläuft, wird es bei der Namensprüfung schwieriger. Für alle neuen Kontakte muss die Echtheit des Namens mit einer Rechnung eines Energieversorgers oder einem amtlichen Dokument, z.B. dem Personalausweis oder Führerschein, belegt werden. Das Dokument muss für die Registrierung vorgelegt werden und wird unsererseits gespeichert.
Denic betrachtet den Namen als unabhängig von der Anschrift. Dadurch ist es möglich, eine Domain auf eine Firmenadresse zu registrieren, auch wenn der Domainbesitzer eine andere Privatanschrift hat.
Für bestehende Kontakte erfolgt keine nachträgliche Prüfung.
.dk
Punktum dk A/S beendet den Direktvertrieb von .dk-Domains an Endkunden. Ab dem 01.07.26 müssen .dk-Domains über akkreditierte Registrare verwaltet werden. Bereits registrierte, direkt bei Punktum dk gehaltene .dk-Domains haben bis zum 30.06.28 Zeit, um zu einem Registrar zu wechseln. Die Registry hat betroffene Domain-Inhaber bereits informiert. Wer seine .dk-Domain aktuell über einen Registrar seiner Wahl betreibt, muss nichts unternehmen. Punktum dk betont, dass Identitäts- und Datenprüfungen weiterhin strikt durchgeführt werden, um die Sicherheit der .dk-Domains zu gewährleisten.
.mobile
Dish DBS startete am 04.02.26 eine 14-tägige Early-Access-Periode (niederländisches Auktionsmodell) für die neue Top-Level-Domain .mobile. Manche vergleichen diese Domain mit .mobi, das zu einer anderen Zeit für einen anderen Zweck eingeführt wurde (frühere Web-Optimierung vs. heutige Responsivität). Nach der Early-Access-Periode ist .mobile seit dem 19.02. allgemein verfügbar.
.onl
Identity Digital hat sein bereits umfangreiches Portfolio an gTLDs weiter ausgebaut und Anfang Februar 2026 den ICANN-Registry-Vertrag für .onl (eine Abkürzung für „online“) übernommen. Bisher wurde .onl von der in Deutschland ansässigen iRegistry verwaltet. Die Domain wächst in den letzten Jahren relativ stetig und verzeichnet heute knapp 24.000 Registrierungen. Dies sind jedoch deutlich weniger Registrierungen als bei .online.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Global Village Team



